Zu wenig Kinder

Wie die Stadtverwaltung in die Überversorgung steuerte

Rückblickend sind die Jahrgänge rund um 2016 für die Stadt Leipzig die Jahrgänge gewesen, die mit Abstand die geburtenstärksten der jüngeren Geschichte gewesen sind. Wie sich heute deutlich zeigt, führt das, gemeinsam mit den Kindern, die im Rahmen der Flüchtlingskrise nach Leipzig kamen, zu einem rasanten Anstieg des Bedarfes an Kita- und Schulplätzen. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass die Stadt folgerichtig ein abitioniertes Bauprogramm aufsetzte, um Bedarfe und das Wahlrecht bezüglich der Träger zu gewährleisten.

Allerdings hätte man auch bereits 2016 abschätzen können, dass die hohe Geburtenrate nicht nachhaltig ist, sondern in absehbarer Zukunft sinkt. Diese Zahlen lagen der Verwaltung vor. Das geht aus der Schätzung der Stadtverwaltung und dem Landesamt für Statistik in Kamenz hervor. Trotzdem wurde fleißig geplant, vergeben und gebaut. Eine strategische Anpassung erfolgte nicht und keine Rolle spielte dabei die Planung der Nachnutzung von Gebäuden. Der große Knick in der Kitabelegung konnte nicht mal durch die große Zahl von Kindergartenkindern, die im Zuge des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine zu uns kamen, gestoppt werden.

Anders ausgedrückt: Das ist sie also die Hiobsbotschaft: Auf 32.731 Kitaplätze kommen nur 28.435 Kinder (Stichtag 16. Mai 2025). Konkret gesagt: Selbst mit einem Puffer von 10%, der eingerechnet wird, sollten die Geburtenzahlen wieder steigen, gibt es in Leipzig 2.126 Plätze zu viel. Die Konsequenzen sind gravierend. Das sind 2.126 Plätze, für die es kein Geld gibt, weil sie trotzdem Personalkosten, Instandhaltungskosten, etc. nach sich ziehen. Die Auswirkungen treffen Familien unmittelbar.

Daraus resultierten bereits im Mai 2025 die Schließung von 18 Einrichtungen und der Bau- und Planungsstopp für weitere 16 Einrichtungen. In Summe werden so 1.355 Plätze abgebaut und weitere 2.000 nicht mehr realisiert. Bei einem Großteil der Schließungen kam es zu Protest der Eltern, Mitarbeiter und Träger, der Unmut ist daher nachvollziehbar. Viele Betroffene fühlen sich allein gelassen. Die Jugendbürgermeisterin Felthaus scheint nicht in der Lage, Herrin der Kommunikation zu werden. Transparente Kommunikation hätte hier helfen können, genau das ist jedoch ausgeblieben. Ihr Dezernat und Amt wirkt unbeholfen und unsensibel auf Eltern, Kinder und Mitarbeiter.

Eines ist klar: Dezernat und Amt sind an einer vernünftigen Planung gescheitert. Die Verantwortung dafür liegt klar bei der Stadtverwaltung. Die Zeche dafür zahlen Sie! So darf mit öffentlicher Verantwortung nicht umgegangen werden. Die Verwaltung ist verantwortlich und wir werden sie daran erinnern.

Wir bleiben an diesem Thema dran. In den kommenden Wochen und Monaten werden wir Sie auf dieser Seite über unsere Konzepte und Ideen zur Stärkung von Familien, Kitas und Schulen informieren. Unser Anspruch ist eine verlässliche und nachhaltige Planung. Familien müssen sich auf die Stadt verlassen könnnen.